Erlebtes in Mitte

Sonntag, 27. September 2009

Zurück in Mitte - zum Arbeiten

Weg aus Mitte - in die ruhigere nächste Ecke gezogen: Prenzlberg. Alle älter hier (bis auf die Kinder), weniger trendy.

Aber Arbeit in Mitte, Alexanderplatz. Dort hat sich einiges verändert (wen wundert's...): Die Krise zieht einige Pleiten und Wegzüge nach sich. In der Rosa-Luxemburg-Straße zum Beispiel festgestellt: einige Läden sind raus, dicht. Auch Lokale. Als erstes ging das teure an der Ecke Münzstraße. Dann auch das Lokal Kürbis, der nette Österreicher - war sicher auch teuer, und die Weinstube an der falschen Ecke). Und die Läden: Pleiten überall oder die Mieten wurden zu teuer. Auch der Häftling-Laden ist weg, mit der lustigen eingeschlagenen Fensterscheibe (splitter!).

Und das Tempo wird nur durch die örtlichen Behörden ausgebremst: Denn was seh ich in der Hirtenstraße? Ein neu aufgestelltes Schild: Zone 10!!! Dass es das überhaupt gibt, Zone 10, zehn Kilometer die Stunde... Daran wird sich wohl kaum ein Auto-/Fahrradfahrer/Fußgänger halten.

Es bleibt spannend!

Montag, 25. Februar 2008

Kuriosität enttarnt: lustige Quadrate sind neue Geldquelle*

Das Rätsel um die weißen Styropor-Quadrate, die sich hier in Berlin-Mitte neuerdings tummeln, ist gelöst:

Die Antwort ist weniger lustig, als vielmehr teuer: es werden dort Parkscheinautomaten aufgestellt!!! Die ersten Exemplare stehen u.a. in der Swinemünder Straße.

Ja, die Anwohnerparkzone soll ausgedehnt werden zum 1. April. Und Parkende Nicht-Anwohner müssen dann Parkscheine ziehen. Vorausgesetzt, sie wollen legal parken.

Mitte, Zionskirchplatz, Du verschandelst deine Gegend mit grauen Parkscheinautomaten. Hätte man da nicht mal ein schöneres Modell wählen können?

* = (für die Stadt)

Freitag, 22. Februar 2008

Kuriositäten in Berlin-Mitte. Heute: das weiße Styropor-Quadrat

Aufmerksame auf-den-Boden-Blicker finden es derzeit überall: das weiße Quadrat aus Styropor. Es ist eine Art Platte, die auf dem Boden liegt. Wo sie liegt, befindet sich daneben ein Haufen von Steinen - nämlich genau die Steine, die dem Boden/dem Bürgersteig entnommen wurden, um die Styropor-Platte dort einzusetzen.

Ein neuer Trend? Eine Kunst-Aktion? Auch ich will ein weißes Styropor-Quadrat vor meiner Haustür!

Es ist jedoch zu befürchten, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein wird: Ich bin sicher, die Quadrate werden bald durch etwas anderes ersetzt. Nur durch was? Vielleicht durch Bäume? Oder neue Hinweisschilder, nach Vorbild des Berliner Mauerwegs? Schilder für Touristen mit der sachdienlichen Aufschrift: "Hier ist Berlin-Mitte".

Es bleibt spannend!

Sonntag, 16. September 2007

Neue Art der Prostitution in Berlin-Mitte: Alexa

Die Neugier war doch größer als das abschreckende Äußere, also ging ich gestern schnell mal Alexa besuchen.

Alexa. Jeder Berliner weiß, was damit gemeint ist. Keine Frau, und auch nicht eine, nach der es klingt (bin ich eigentlich die einzige, die findet, dass der Name etwas nuttig klingt?). Sondern DAS neue Einkaufszentrum am Alexanderplatz. Ein „mediterranes“ Äußeres sollte Alexa haben, was allerdings der Hässlichkeit der Fassade sehr widerspricht (und der Theorie der Prostitution). Von innen jedoch war ich sehr positiv überrascht: schick, schön, edel. Schöner als Schönhauser Arkaden und die am Potsdamer Platz zusammen! Ehrlich, nicht so 08/15 wie die genannten. Das scheußliche Monster verbirgt ein angenehmes Inneres. Im Moment allerdings auch noch zu viele Kauf- und Guckgierige, da vergeht einem der Shoppingspaß.

Typisch deutsch zeigt sich da auch wieder das Verhalten, um in das Gebäude zu kommen: schööön anstellen! Denn ja, man muss das neue Haus durch den Haupteingang betreten, bloß nicht ein paar Schritte weitergehen und ohne ein Schlangestehen hineinschlüpfen. Nebeneingänge und Umwege sind out.

Die Gier nach Neuem und vor allem Schnäppchen zeigte sich schon vor drei Tagen, zur Eröffnung, in einem Sturm auf den Media-Markt. Aber was soll’s, selber anerzogen, die Schnäppchengier, da brauchst du dich nicht wundern, Media-Markt.

Zum Vergleich im Anschluss noch einen Abstecher zum Saturn am Alex gemacht. Dort zum Teil die gleichen Schnäppchen entdeckt (kein Wunder, ist ja ein Konzern, Saturn und Media-Markt). Und vor allem eine unangenehme, außergewöhnliche Erfahrung gemacht: Ich sah mich ganz ungestört und entspannt bei den MP3-Playern um, da zuckte ich plötzlich zusammen: ein Verkäufer sprach mich an! Hilfe! Noch nie sowas bei Saturn & Co. erlebt, allgemein im heutigen Warenhaus-Einkaufsleben nicht. Er fragte tatsächlich, ob er mir weiterhelfen könnte. Als ich mich kurz darauf auf den Weg zum Ausgang machte, fiel mir auf: ich sehe überall blau! Noch nie habe ich in einem Saturn so ein großes Heer an Verkäufern gesehen. Ein wahres Service-Heer. Was ist denn da los, eine neue Mentalität, von wegen: Geiz ist geil aber Kundenberatung noch mehr??

Freitag, 3. August 2007

Umzüge und neue Ausblicke

Umzüge ohne Ende - einen Umzug später behaupte ich: es reicht. Wieder an der Grenze zum Prenzlberg - das Leben in Mitte ist an jeder Stelle anders. Hier ist die Kneipengegend, gern wird Wein umsonst getrunken (das Prinzip heißt: Bezahlen soviel man will) oder schlechtes Essen zu sich genommen. Wer sich letzteres ersparen will, kann z.B. zum Thai-Ha in der Brunnenstraße gehen. Thailändischer Imbiss bester Qualität.

Ein Umzug heißt auch immer: ein neuer Ausblick. Der Blick aus dem Fenster heißt nicht mehr Alex und Berliner Dom, sondern Zionskirche. Dazu Kastaniengrün statt graue Platte. Statt dem nackten Koch eine halbnackte Blondine, die bevorzugt telefonierend auf dem Fenstersims hockt. Eine mit Diskokugel und Lavalampe ausgestattete Wohnung, in der der nicht mehr ganz so junge Bewohner tagsüber arbeitet. Einer der vielen Selbstständigen in Berlin-Mitte, zuhause arbeiten ist in. Wenn man im selben Zimmer noch die Diskokugel hängen hat, kann man auch gleich an derselben Stelle feiern. Da braucht man eigentlich nur noch zum Einkaufen das Haus verlassen.

Der Sommer in Berlin ist frisch derzeit. Da hilft nicht jammern, sondern wegfahren. Das Meer wartet.

Dienstag, 5. Juni 2007

Mein Nachbar, von Beruf Schreibtischtäter

Eigentlich kenne ich nur seinen Schreibtisch. Ich sehe ihn, wenn ich die Treppe hoch oder runter laufe und dort aus dem Fenster gucke. Jedesmal sieht der Schreibtisch ganz anders aus; der Normalzustand des Tisches ist jedoch: ein leerer, roter Tisch.

Ich frage mich, welchen Beruf mein Nachbar wohl hat. Mal sitzt er dort am Schreibtisch mit einem Laptop. Mal liegen ganz verstreut, wie als wolle er damit Memory spielen, Bücher auf dem Tisch. Letzter Zustand des Tisches: leer, aber mit einer Klingel drauf. So eine, die man vielleicht zu Weihnachten benutzt. Oder im Hotel. Nicht die zum Draufhauen, sondern die zum Schütteln.

Er könnte Schriftsteller sein. Oder Theaterstücke schreiben. Oder ein Spieleerfinder sein. Auf jeden Fall ein Stück Mitte, ist er.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Zeitarbeit in Mitte oder Ausflugstour mit TUI?

Neulich ein Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma in Mitte. Ein Ausflug der besonderen Art: Als die Dame ihr Unternehmen vorstellte, fühlte ich mich wie eine Pauschaltouristin, der, frisch im Hotel angekommen, der Urlaubsort und die Bustouren des Reiseunternehmens angepriesen werden. Genau wie jene Reiseleiterinnen leierte die Dame das Firmenprofil geschult runter – es hätte auch eine Stimme vom Band sein können... (Achtung, Consulter aufgepasst: hier ist noch Rationalisierungspotential!).

Bitte, das klingt doch auch so, als wenn ich eine überteuerte Dienstleistung in Anspruch nehmen soll – oder eben in dem Fall, einen unterbezahlten Job. Das war dann auch so...

Eine Firmenvorstellung im Gespräch geht aber auch anders, auch bei Zeitarbeitsfirmen – habe es schon besser erlebt. Wer die Dame geschult hatte, hat sicher selbst schon lange nicht mehr die Praxis gesehen... wenn überhaupt einmal.

Montag, 21. Mai 2007

Leonardo Da Lichtenberg / Gäste in Berlin

Leonardo ist ein junger Italiener von Mitte 20. Seit ein paar Wochen ist er zu Gast in Berlin, um ein von der EU gefördertes Praktikum zu machen. Das sogenannte Leonardo-Programm (benannt nach Leonardo Da Vinci; der erwähnte Student Leonardo heißt aber wirklich so!) zahlt Unterkunft und Taschengeld, Sprachkurs und Monatsticket der BVG. Aber nicht nur das: Anders als beim deutschen Leonardo, wird für den italienischen, englischen oder portugiesischen Leonardo-Stipendiaten alles organisiert und fertig serviert.

So wird den Studenten oder Absolventen von Mutter EU der Praktikumsplatz vermittelt. Und sie werden zentral organisiert untergebracht: in einem Plattenbau in Lichtenberg.

Neues Leben in Lichtenberg: Europäer zum Anfassen

In 5er-Gruppen hausen die jungen Europäer in WGs, alle in einem Haus. Zwei Grüppchen Italiener, ein englisches Team, eine portugiesische WG. Da kommt ein wenig WM-Feeling auf. Auch Erasmus lässt grüßen - natürlich weiß immer einer, wo die nächste Erasmus-Party steigt.

Interessant wäre zu hören, was die Nachbarn von den neuen, ständig wechselnden Mitbewohnern denken. Freude über das internationale Flair oder Ärger wegen der nachtaktiven Gäste?

Samstag, 19. Mai 2007

"für ständig" ist deine BVG für dich da

Die BVG hat manchmal ihre ganz eigene Sprache. Aktuell verkündet sie an der Haltestelle der Tram M2 am Rosa-Luxemburg-Platz, dass die Linie bald anders verlaufen wird. Nämlich bis zum Alex. "für ständig", so die BVG. Oder doch "für immer"?

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