Montag, 25. Februar 2008

Kuriosität enttarnt: lustige Quadrate sind neue Geldquelle*

Das Rätsel um die weißen Styropor-Quadrate, die sich hier in Berlin-Mitte neuerdings tummeln, ist gelöst:

Die Antwort ist weniger lustig, als vielmehr teuer: es werden dort Parkscheinautomaten aufgestellt!!! Die ersten Exemplare stehen u.a. in der Swinemünder Straße.

Ja, die Anwohnerparkzone soll ausgedehnt werden zum 1. April. Und Parkende Nicht-Anwohner müssen dann Parkscheine ziehen. Vorausgesetzt, sie wollen legal parken.

Mitte, Zionskirchplatz, Du verschandelst deine Gegend mit grauen Parkscheinautomaten. Hätte man da nicht mal ein schöneres Modell wählen können?

* = (für die Stadt)

Freitag, 22. Februar 2008

BE BERLIN - oder BI IN BERLIN?

Eine Stadt wie Berlin braucht Werbung, um bekannt zu werden. Heute wurde der neue Slogan bekannt, mit dem Berlin künftig beworben wird: BE BERLIN (siehe Artikel in Berliner Zeitung und Tagesspiegel).

Be Berlin, also: Sei Berlin - das ist ein Spruch, der vielfältige Interpretationsmöglichkeiten anbietet. Besonders naheliegend finde ich, dem Wowereitschen "Berlin ist arm, aber sexy" folgend, diese Art der Auslegung:

BE kann man ja auch als BI verstehen, vom Hören her - also: "BE BI in BERLIN"!!

Eine eindeutige, nicht ganz unkreative Aufforderung für Menschen, die Berlin noch nicht kennen, aber jetzt unbedingt kennen lernen möchten.

Natürlich erinnert BE BERLIN auch stark an die Kampagne "Du bist Deutschland". Kleine Unterschiede: Mit BE BERLIN reden wir über die Zukunft!!! Und: Nicht nur Deutsche, sondern jeder darf sich angesprochen fühlen!! Was für eine offene, berlinige Erweiterung der alten Kampagne.

Doch: Ob das Ganze auch tatsächlich die richtigen Zielgruppen anspricht?? Die, die Geld in die Stadt bringen sollen? Das bleibt zu hoffen - mit oder ohne Wowereit.

BI OR NOT BE. Das ist hier die Frage.

Kuriositäten in Berlin-Mitte. Heute: das weiße Styropor-Quadrat

Aufmerksame auf-den-Boden-Blicker finden es derzeit überall: das weiße Quadrat aus Styropor. Es ist eine Art Platte, die auf dem Boden liegt. Wo sie liegt, befindet sich daneben ein Haufen von Steinen - nämlich genau die Steine, die dem Boden/dem Bürgersteig entnommen wurden, um die Styropor-Platte dort einzusetzen.

Ein neuer Trend? Eine Kunst-Aktion? Auch ich will ein weißes Styropor-Quadrat vor meiner Haustür!

Es ist jedoch zu befürchten, dass dieser Zustand nicht von Dauer sein wird: Ich bin sicher, die Quadrate werden bald durch etwas anderes ersetzt. Nur durch was? Vielleicht durch Bäume? Oder neue Hinweisschilder, nach Vorbild des Berliner Mauerwegs? Schilder für Touristen mit der sachdienlichen Aufschrift: "Hier ist Berlin-Mitte".

Es bleibt spannend!

Jannis Kounellis in der Neuen Nationalgalerie

Noch bis zum 24.2.08 läuft die Ausstellung von Jannis Kounellis in der Neuen Nationalgalerie.

Unbedingt sehenswert! Einfach aber wirkungsvoll ist die Kunst des Griechen, der in Italien lebt. Rauh, lebendig, schön.

Noch mehr Eindrücke zur Ausstellung hier: Kounellis in Berlin.

Samstag, 17. November 2007

Prostitution, die Zweite: Humboldt-Uni

Nicht nur Einkäufshäuser prostituieren sich heutzutage, nein, auch Universitäten. Man nehme da mitten aus der Mitte Berlins die Humboldt-Uni (HU). Gerade mal Verlierer im Exzellenzwettbewerb geworden, dennoch unermüdlich, sich der Öffentlichkeit gegenüber zu prostituieren. Da braucht man nur die Internetseite der Uni anzugucken. Es ist wirklich so: die Hälfte der Homepage, also der Einstiegsseite der Website, besteht aus Pressemitteilungen (die andere Hälfte nur aus einem Foto und zweier dezenter Navileisten). Wer also ist die wichtigste Zielgruppe für die Humboldt-Uni? Die Journalisten. Zumindest war das ursprünglich die Funktion von Pressemitteilungen: die Journalisten zu informieren. Die wiederum sollten die Infos dann benutzen und verwursten. Weil die Mitteilungen natürlich nicht objektiv sind.

Da sollte man doch Pressemitteilungen Pressemitteilungen sein lassen und stattdessen einfach einen Bereich „Aktuelles“ oder „Nachrichten“ schaffen. Letzteren gibt es sogar schon, ist aber anscheinend nicht vorzeigbar genug, um auf der Homepage eingesetzt zu werden (dieses Argument kann man durchaus nachvollziehen, wenn man sich die „Nachrichten“ ansieht).

Schön auch, dass die Exzellenzinitiative noch auf der Homepage prangt – nicht, dass das schon gelaufen wäre und eine Entscheidung gefallen… Die Fahne muss eben weiter hochgehalten werden. Nicht für die Studenten, die sind ja nur zweitrangig, ungeliebtes Pack, mit dem man sich zwangsweise arrangieren muss. Aber die Ehre der HU, die sich selber Alma Mater Berolinensis nennt, muss unangetastet bleiben. Nach dem Motto: Auch wenn die anderen es nicht einsehen, wir wissen: Wir sind exzellent - und auch das, was wir jetzt und in Zukunft machen.

Sonntag, 16. September 2007

Neue Art der Prostitution in Berlin-Mitte: Alexa

Die Neugier war doch größer als das abschreckende Äußere, also ging ich gestern schnell mal Alexa besuchen.

Alexa. Jeder Berliner weiß, was damit gemeint ist. Keine Frau, und auch nicht eine, nach der es klingt (bin ich eigentlich die einzige, die findet, dass der Name etwas nuttig klingt?). Sondern DAS neue Einkaufszentrum am Alexanderplatz. Ein „mediterranes“ Äußeres sollte Alexa haben, was allerdings der Hässlichkeit der Fassade sehr widerspricht (und der Theorie der Prostitution). Von innen jedoch war ich sehr positiv überrascht: schick, schön, edel. Schöner als Schönhauser Arkaden und die am Potsdamer Platz zusammen! Ehrlich, nicht so 08/15 wie die genannten. Das scheußliche Monster verbirgt ein angenehmes Inneres. Im Moment allerdings auch noch zu viele Kauf- und Guckgierige, da vergeht einem der Shoppingspaß.

Typisch deutsch zeigt sich da auch wieder das Verhalten, um in das Gebäude zu kommen: schööön anstellen! Denn ja, man muss das neue Haus durch den Haupteingang betreten, bloß nicht ein paar Schritte weitergehen und ohne ein Schlangestehen hineinschlüpfen. Nebeneingänge und Umwege sind out.

Die Gier nach Neuem und vor allem Schnäppchen zeigte sich schon vor drei Tagen, zur Eröffnung, in einem Sturm auf den Media-Markt. Aber was soll’s, selber anerzogen, die Schnäppchengier, da brauchst du dich nicht wundern, Media-Markt.

Zum Vergleich im Anschluss noch einen Abstecher zum Saturn am Alex gemacht. Dort zum Teil die gleichen Schnäppchen entdeckt (kein Wunder, ist ja ein Konzern, Saturn und Media-Markt). Und vor allem eine unangenehme, außergewöhnliche Erfahrung gemacht: Ich sah mich ganz ungestört und entspannt bei den MP3-Playern um, da zuckte ich plötzlich zusammen: ein Verkäufer sprach mich an! Hilfe! Noch nie sowas bei Saturn & Co. erlebt, allgemein im heutigen Warenhaus-Einkaufsleben nicht. Er fragte tatsächlich, ob er mir weiterhelfen könnte. Als ich mich kurz darauf auf den Weg zum Ausgang machte, fiel mir auf: ich sehe überall blau! Noch nie habe ich in einem Saturn so ein großes Heer an Verkäufern gesehen. Ein wahres Service-Heer. Was ist denn da los, eine neue Mentalität, von wegen: Geiz ist geil aber Kundenberatung noch mehr??

Donnerstag, 23. August 2007

Festival für überbildete Akademiker

Wer von 9 to 5 arbeitet, am liebsten natuerlich selbstständig, kann sich von 5 to 9 ab heute festivalmäßig berieseln lassen: bei der Veranstaltung 9to5 (http://9to5.wirnennenesarbeit.de).

Dort trifft er auf weitere "überbildete Akademiker“ oder solche, die es gerne wären, und kann sich morgens um 4 einen Steuerberatungsworkshop anhören. Oder einfach nur gute Musik.

Oder er holt sich für sein Überleben als Selbstständiger Finanztipps – von Experten, die im Alltag von 9 to 5 arbeiten.

Wer es dann immer noch nicht kapiert hat, holt sich Tipps von den Veranstaltern direkt – der Workshop heißt: „Wie ich die Dinge geregelt kriege - ohne einen Funken Selbstdisziplin“. Noch Fragen?

New York im Haus der Kulturen

Ab heute wiedereröffnet: das Haus der Kulturen der Welt, frisch renoviert und wiederhergerichtet, nach einem Jahr Bauarbeiten. Einer der schönsten Orte Berlins!

Zu sehen gibt's ab sofort eine Ausstellung zum Thema NEW YORK .
Mit, wie üblich, nicht nur Ausstellung, sondern auch Filmprogramm, Musik, Konferenzen, Lesungen und Performances. To see or not to see.

Freitag, 3. August 2007

Umzüge und neue Ausblicke

Umzüge ohne Ende - einen Umzug später behaupte ich: es reicht. Wieder an der Grenze zum Prenzlberg - das Leben in Mitte ist an jeder Stelle anders. Hier ist die Kneipengegend, gern wird Wein umsonst getrunken (das Prinzip heißt: Bezahlen soviel man will) oder schlechtes Essen zu sich genommen. Wer sich letzteres ersparen will, kann z.B. zum Thai-Ha in der Brunnenstraße gehen. Thailändischer Imbiss bester Qualität.

Ein Umzug heißt auch immer: ein neuer Ausblick. Der Blick aus dem Fenster heißt nicht mehr Alex und Berliner Dom, sondern Zionskirche. Dazu Kastaniengrün statt graue Platte. Statt dem nackten Koch eine halbnackte Blondine, die bevorzugt telefonierend auf dem Fenstersims hockt. Eine mit Diskokugel und Lavalampe ausgestattete Wohnung, in der der nicht mehr ganz so junge Bewohner tagsüber arbeitet. Einer der vielen Selbstständigen in Berlin-Mitte, zuhause arbeiten ist in. Wenn man im selben Zimmer noch die Diskokugel hängen hat, kann man auch gleich an derselben Stelle feiern. Da braucht man eigentlich nur noch zum Einkaufen das Haus verlassen.

Der Sommer in Berlin ist frisch derzeit. Da hilft nicht jammern, sondern wegfahren. Das Meer wartet.

Dienstag, 5. Juni 2007

Mein Nachbar, von Beruf Schreibtischtäter

Eigentlich kenne ich nur seinen Schreibtisch. Ich sehe ihn, wenn ich die Treppe hoch oder runter laufe und dort aus dem Fenster gucke. Jedesmal sieht der Schreibtisch ganz anders aus; der Normalzustand des Tisches ist jedoch: ein leerer, roter Tisch.

Ich frage mich, welchen Beruf mein Nachbar wohl hat. Mal sitzt er dort am Schreibtisch mit einem Laptop. Mal liegen ganz verstreut, wie als wolle er damit Memory spielen, Bücher auf dem Tisch. Letzter Zustand des Tisches: leer, aber mit einer Klingel drauf. So eine, die man vielleicht zu Weihnachten benutzt. Oder im Hotel. Nicht die zum Draufhauen, sondern die zum Schütteln.

Er könnte Schriftsteller sein. Oder Theaterstücke schreiben. Oder ein Spieleerfinder sein. Auf jeden Fall ein Stück Mitte, ist er.

Donnerstag, 24. Mai 2007

Ausstellung: World Press Photo Award 2007

Der Klassiker der Pressefoto-Ausstellungen, bald in Berlin: Ab dem 1.6. werden die prämierten Fotos des World Press Photo Award 2007 im Willy-Brandt-Haus (Parteizentrale der SPD) zu sehen sein. Immer wieder sehenswert, die von dem Award ausgezeichneten Fotos.

Die Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 31. Mai , um 19 Uhr 30.
Die Preisträger Monika Fischer und Mathias Braschler werden anwesend sein.

World Press Photo Award 2007 in Berlin

Wann: 1. bis 24. Juni 2007
Wann genau: Dienstag bis Sonntag, 12 bis 18 Uhr
Wo: Willy-Brandt-Haus, Wilhelmstraße 140 / Stresemannstraße 28, 10963 Berlin

Der Eintritt ist kostenlos - allerdings kommt man nur unter Vorzeigen seines Personalausweises rein!

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